Komplexe Hernien –
Expertise für schwierige Fälle
Große Narbenbrüche, Rezidivhernien und ungewöhnlich lokalisierte Bauchwandbrüche erfordern höchste chirurgische Erfahrung. Wir bieten das gesamte Spektrum moderner Verfahren – von Botox-Vorbehandlung über Komponentenseparation bis zum Fasciotens-Verfahren.
besondere chirurgische Expertise und individuell abgestimmte Verfahren.
Patient:innen mit großen komplexen Hernien haben häufig bereits einen längeren Leidensweg hinter sich. Oft sind sie bereits mehrfach an derselben Hernie operiert worden oder haben aufgrund von komplizierten Bauchoperationen mehrere Wiederholungsoperationen hinter sich.
Eine komplexe Hernie liegt vor, wenn der Bauchwanddefekt so groß ist, dass ein einfacher Verschluss nicht mehr spannungsfrei möglich ist. Typisch sind Bruchlücken von mehr als 10 cm, bei denen sich die seitliche Bauchmuskulatur verkürzt hat und die Organe teilweise aus der Bauchhöhle verlagert sind (Loss of Domain).
Unser jahrelanger Umgang mit komplexen Bauchbrüchen hat eine sehr hohe Spezialisierung in der Versorgung komplizierter Hernien begründet. Ziel ist immer die Wiederherstellung einer korrekten, funktionellen Bauchwand.
Rezidivhernien
Wiederholungsbrüche nach bereits erfolgten Hernienoperationen – jede folgende OP wird technisch anspruchsvoller.
Riesige Narbenhernien
Bauchwandbrüche mit Defekten über 10 cm, bei denen erhebliche Teile des Bauchinhalts außerhalb der Bauchhöhle liegen.
Ungewöhnliche Lokalisationen
Hernien an atypischen Stellen der Bauchwand, die besondere anatomische Kenntnisse erfordern.
Komplizierte Vorgeschichte
Mehrfache Voroperationen, Verwachsungen, vorangegangene Wundinfektionen oder komplexe Begleiterkrankungen.
Wichtig: Ein Standardverfahren, das für alle Patient:innen passt, gibt es bei komplexen Hernien nicht. Wir müssen die gesamte Vielfalt der Operationsverfahren beherrschen, denn nach einer fehlgeschlagenen Hernienoperation wird jeder folgende Eingriff schwieriger.
Botox-Vorbehandlung
Bei sehr großen oder komplexen Narbenhernien setzen wir 4–6 Wochen vor der OP Botulinumtoxin A ultraschallgesteuert in die seitliche Bauchmuskulatur ein. Die vorübergehende Erschlaffung ermöglicht eine bessere Streckung – die Bruchlücke kann spannungsfrei verschlossen werden.
Posteriore Komponentenseparation
Dabei trennen wir gezielt Bauchwandschichten voneinander (TAR – Transversus Abdominis Release), um die benötigte Gewebefläche zu mobilisieren. Im Vergleich zur vorderen Komponentenseparation ist diese Technik deutlich gewebeschonender.
Fasciotens-Verfahren
Durch einen standardisierten Zug an den mittleren Bauchwandschichten bringen wir Faszien und Muskeln über ca. 30 Minuten auf ihre natürliche Länge. Aufwändige Rekonstruktionen werden so überflüssig.
MILOS/eMILOS auch bei komplexen Fällen
Auch bei großen Narbenhernien wenden wir die Prinzipien der MILOS-Technik an: Netzplatzierung außerhalb der Bauchhöhle (Sublay-Position), kein Kontakt mit dem Darm, keine Tacker zur Fixierung.
Bei Defekten, die den Raum hinter der Rektusmuskulatur übersteigen, erweitern wir MILOS zur Komponentenseparation. Die Wahl des optimalen Verfahrens besprechen wir individuell mit Ihnen.
Kombination der Verfahren: In der Praxis kombinieren wir diese Techniken häufig. Eine typische Strategie bei Riesenhernien:
1. CT/MRT-Diagnostik zur exakten Vermessung von Bruchlücke und Volumen
2. Botox-Infiltration 4–6 Wochen vor der OP
3. MILOS/eMILOS mit Komponentenseparation und ggf. Fasciotens
4. Netzpositionierung in optimaler Position außerhalb des Bauchraumes (Sublay Position)
Diese maßgeschneiderte Herangehensweise ermöglicht uns auch bei schwierigsten Ausgangssituationen hervorragende Ergebnisse.
Bruchlücke > 10 cm
Große Defekte der Bauchwand, bei denen ein einfacher Verschluss nicht mehr möglich ist.
Wiederholte Rezidive
Ein erneuter Bruch nach bereits erfolgter Hernien-OP – jede weitere Operation erfordert mehr Erfahrung.
Starke Beschwerden
Zunehmende Schmerzen, Verdauungsprobleme und eingeschränkte Lebensqualität.
Loss of Domain
Erhebliche Anteile des Bauchinhalts liegen dauerhaft außerhalb der Bauchhöhle.
Vorausgegangene Komplikationen
Wundinfektionen, Netzinfektionen oder Verwachsungen aus früheren Operationen.
Komplexe Begleiterkrankungen
Übergewicht, Diabetes oder immunsuppressive Therapie erhöhen die Anforderungen an die Planung.
Achtung – Einklemmungsgefahr: Auch bei großen Hernien besteht die Gefahr einer Einklemmung (Inkarzeration). Plötzliche starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind Warnsignale für einen Notfall. Bitte suchen Sie sofort ärztliche Hilfe!
Sprechstunde & Diagnostik
Ausführliches Erstgespräch, klinische Untersuchung und Ultraschall. Bei großen Hernien: CT/MRT zur exakten Vermessung.
Individuelle OP-Strategie
Wir planen maßgeschneidert: Auswahl der optimalen Verfahren
und ggf. Botox-Vorbehandlung.
Ggf. Botox-Konditionierung
Ultraschallgesteuerte Botox-Injektion 4–6 Wochen vor der geplanten Operation.
Operation & Nachsorge
Stationärer Eingriff mit individuell kombinierten Verfahren. Aufenthalt 3–5 Tage. Engmaschige Nachsorge durch unser Team.
Dr. med. Çiğdem Berger
Schwierige Ausgangssituation
Komplexe Hernien gehören zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Bauchwandchirurgie. Viele unserer Patient:innen kommen zu uns, wenn die Situation aussichtslos erscheint.
Wir verfügen über das gesamte Spektrum moderner Verfahren für diese schwierigen Fälle. Als Mitentwicklerin der MILOS-Technik und mit unserer Expertise in Botox-Vorbehandlung, Komponentenseparation und dem Fasciotens-Verfahren bieten wir auch bei komplexesten Ausgangssituationen eine maßgeschneiderte Lösung.
Unser Ziel: die Wiederherstellung einer funktionellen Bauchwand. Im Rahmen der Herniamed-Qualitätssicherungsstudie verfolgen wir alle Operationen langfristig nach.
Termin vereinbaren
Wir nehmen uns Zeit für Sie – telefonisch oder direkt online über Jameda. Kassen- und Privatpatient:innen willkommen.