Leistenhernie (Leistenbruch)
Die Leistenhernie stellt die häufigste Form der Hernie dar. Sie liegt über dem Leistenring . Es handelt es sich dabei um einen Defekt in der Leistenregion. Dadurch entsteht eine Verbindung des Bauchinnenraums nach außen. Diese zeigt sich, besonders bei Druck im Bauchraum mit einer sichtbaren bzw. tastbaren Schwellung unterschiedlicher Größe.
Eine Behandlung ist nur operativ möglich. Unbehandelt bestehen Risiken in der Vergrößerung des Bruchs und / oder einer Einklemmung von Bauchorganen. Für die Versorgung stehen Nahtverfahren und Netzverfahren zur Verfügung.
TAPP-Operation
Bei der minimalinvasiven TAPP-Operation, wird ein Kunststoffnetz durch den Bauchraum eingebracht. Die gleichzeitige Versorgung einer beidseitigen Leistenhernie ist in dieser Technik möglich. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.
Sicht auf den Bauchraum mit eingeklemmtem Darmabschnitt (Bild 1) und auf den Defekt in der Leiste nach Darmbefreiung (Bild 2).
Lichtensteinoperation
Die Lichtenstein-Operation kann auch in einer Spinalanästhesie oder sogar in örtlicher Betäubung erfolgen, wenn eine Vollnarkose aufgrund von schweren Begleiterkrankungen nicht möglich sein sollte.
Das Kunststoffnetz wird hier in offener Technik über einen Schnitt in der Leiste eingebracht.
In beiden Fällen ist die Alltagsbeweglichkeit sofort möglich. Last von 10 -15 kg sollten allerdings 4 Wochen vermieden werden.
Die Kunststoffnetze werden in der Regel sehr gut vertragen.